Ein gepflegter Eingangsbereich – erklärt an einem Spittelmeister-Objekt

01.09.2014

Eine bewusste Gestaltung unter funktionalen und ästhetischen Ge­­sichtspunkten der Eingangssituation bildet die Basis zu einem schlüssigen Konzept.

Der erste Eindruck zählt: Das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Hauseingänge. Farblich abgestimmt sind sie einladend.

Die Eingangssituation eines Gebäude fungiert wie eine Schleuse zwischen Außen und Innen, sie schließt oder öffnet sich. Aus gutem Grund ist die Tür zu einem Gebäude meistens verschlossen. Doch dieser verschlossene Eindruck kann stören, abweisend oder distanziert wirken. Als angenehm empfunden werden Eingangssituationen, die offen, einladend und hell erscheinen und die funktionale Aspekte genauso berücksichtigen wie ästhetische.

 

Funktionale und ästhetische Aspekte

Positiv beurteilt werden Eingangssituationen mit Vordach, Windschutz und guter Ausleuchtung. Klingel und Briefkasten sollten auch bei Dunkelheit einfach zu finden, Hausnummern deutlich sichtbar sein.

Bei Wohnanlagen mit mehreren Eingängen empfiehlt es sich, die­­se offen und transparent er­­scheinen zu lassen. Sie haben nichts hinter Mauern oder mächtigen Überdachungen zu suchen. Glas ist das prädestinierte Material für Türen, Vordächer und Wetterschutzvorrichtungen. Transparenz erhöht Sicherheit. Ein schlüssiges Farbkonzept mit differenzierten Eingangsfarbigkeiten kann zudem helfen, die Orientierung zu erleichtern. Besonders in Siedlungen mit baugleichen Gebäudetypen ist eine markante Gestaltung der Eingänge einprägsam. Ein schnelles und einfaches Orientieren dient somit der Sicherheit, denn sie ermöglicht «zielsichere» Bewegungsabläufe. Zu empfehlen sind groß und deutlich angebrachte Hausnummern – sinnvoll kann auch das seitliche Anbringen bei mehreren, parallel angeordneten Eingängen sein.

Jede Eingangssituation sollte gestalterisch zur Architektur passen. Stil, Material und Farbgebung stehen im Kontext zum Gebäude und bilden eine Einheit. Auch wenn der Eingang eine spezielle Akzentuierung erfährt, so darf dieser nicht isoliert von der Fassade betrachtet werden. Allgemein gilt, dass ein stark akzentuierter Eingangsbereich in einer dezenten, unauffälligen Fassade besonders deutlich zur Geltung kommt. Bei dem derzeitigen Trend zu dunklen und intensiven Fassadenfarben bietet sich durchaus einmal ein heller Farbton für den Eingang an.

 

Farbe und Material

Farben und Materialien von Wandflächen, Türen, Fenstern, Briefkasten- und Klingelanlagen prägen durch verschiedene Oberflächen den Eingangsbereich. Putz, Stein, Metall und Glas sind hier die typischen Materialkombinationen. Die Farbtöne sollten sowohl zu den Werkstoffen als auch zum Baustil und der Epoche des Gebäudes passen. Gerade bei Altbauten ist sensibel vorzugehen; gegebenenfalls hat die Denkmalpflege ein Wörtchen mitzureden. Zeitbezogene, epochale Farbigkeiten sind auf jeden Fall zu berücksichtigen, «trendige» Farbgebungen wirken hier deplatziert und eigentümlich fremd. Eine moderne Architektur dagegen kann farblich durchaus aktuelle Trends im Eingangsbereich widerspiegeln, allerdings müssen sich diese ins Umfeld einfügen. 

Stimmig wirken Farbkompositionen, die mit der Fassadenfarbigkeit korrespondieren. Zum Beispiel eine dunkelgrün lackierte Tür in einer hellgrünen Putzfassade. Diese «Farbverknüpfungen» können zwischen verschiedensten Bauelementen bestehen und bewirken ein harmonisches Gesamterscheinungsbild. Wird ganz bewusst eine Eingangsfarbigkeit gewählt, die nicht im Kontext zum Gebäude steht, entwickelt dies seinen ganz besonderen Reiz: Eine rote Tür in einer grauen Fassade ist unübersehbar.

 

Bewusste Gestaltung

Die Intention der Gestaltung spielt daher eine große Rolle. Welche Wirkung soll der Eingangsbereich ausstrahlen: schlicht, sachlich oder repräsentativ elegant – mar­­kant, orientierungsunterstützend oder dezent integriert? Wie auch immer die Entscheidung ausfällt: Eine bewusste Gestaltung unter funktionalen und ästhetischen Ge­­sichtspunkten der Eingangssituation bildet die Basis zu einem schlüssigen Konzept.

Quelle: BundesBauBlatt 09/2014